Im Garten
Der Schrebergarten, wie der Kleingarten auch immer mal wieder bezeichnet wird, hat mehrere Funktionen. Einerseits diente er der Eigenversorgung mit Obst und Gemüse. Andererseits lädt er zur Erholung ein.
Die erste Anlage bei uns im Ort entstand 1931. Sie wurde von mehreren Nünchritzer Bürgen ins Leben gerufen und erhielt den Namen „Kleingärtner Nünchritz“. Zu diese Zeit stand natürlich die Selbsversorgung an oberster Stelle. Infolge von wirtschaftlicher Krise und Arbeitslosigkeit nutzten die Kleingärtner natürlich jeden möglichen Winkel um Obst und vor allem Gemüse anzubauen. Nebenstehende Fotos zeigen einen Kleingarten von 1936. Wie man sieht, steht der Anbau von Kartoffeln hoch im Kurs. Aber auch ein wenig Erholung kann man beobachten. Übrigens. Der junge Mann in der Mitte der Familie ist Jahrgang 1929 und heute unser ältestes Vereinsmitglied.
In späteren Jahren der DDR-Zeit kam noch eine weiter Nutzung hinzu. Der Garten wurden zum Nebenverdienst. Viele haben, aufgrund der Mangelwirtschaft, entdeckt, dass sich mit dem Anbau von Beerenobst und Exoten wie Spargel und Paprika auch noch zusätzlich Geld verdienen lässt. Der Kleingarten wurde jetzt auch „Veranstaltungsort“ für Familientreffen und -feiern. Trotz mangelnden Materialien wurden Lauben saniert oder neu errichtet und der ein oder andere Kleingarten ist zum Wochenendgrundstück herangewachsen.
Der Garten heute
Die Bedeutung der Selbstversorgung hat in der heutigen Zeit stark abgenommen. Das was der Kleingärtner anbaut wäre zwingend nicht notwendig, da Vergleichbares jederzeit zu bekommen ist. Aber wir haben heute die Möglichkeit auch Gemüse anzubauen, das wir früher noch nicht mal kannten. Und das macht Spaß. Fragt man nach warum man sich die Arbeit macht, erhält man die Antwort: „Da weis ich wo es herkommt“. Auch sind unsere Gärten bunter geworden. Blumen, Stauden, Sträucher usw. haben große Flächen erobert. Der „unaufgeräumte“ Garten kommt immer öfter vor und das ist gut so. In Zeiten von Klimawandel und Insektensterben möchten wir dazu beitragen und dem ein wenig gegen zu steuern. Deshalb befürworten wir es, wenn es wilde Ecken gibt. Wenn Möglichkeiten geschaffen werden für Unterschlupf und Brutplätze. Ein Leergarten auch mal verwildert. Wir verzichten auf chemische Schädlingsbekämpfung und weitgehend auf chemische Düngung. Denn wir meinen, dass nicht wir die Hauptpersonen sind die einen Anspruch auf das jeweilige Pachtgrundstück haben, sondern die, die 24/7 dort leben. Wir beherbergen unter anderem: Igel, Nattern, Zauneidechse, Fledermäuse, Erdbienen, Holzbienen, Meisen, Rotschwänzchen, Buchfinken, div. Schmetterlinge und Käfer und viele Viele, die wir nicht zu Gesicht bekommen.



